Backgammon – Strategie für Fortgeschrittene
17.Oktober 2008
Ein wichtiger taktischer Begriff des Backgammon stammt aus der US-Szene, und zwar da so genannte Timing. Damit ist die Fähigkeit des Spielers gemeint, Züge auszuführen, ohne das er dabei wichtige Punkte aufgeben muss. Dazu benötigt man ausreichend aktive Helfer. Aber auch das beste Timing endet irgendwann. Dann sollte man in der Regel, den nächsten Zug slotten. Damit ist gemeint, dass man ganz bewusst ein Risiko eingeht, einen Punkt aufzugeben und zwei Blots auf strategisch wichtige Zungen zu setzen. Dabei hofft der Spieler, das aus den Blots im nächsten Zug wieder sichere Punkte werden. Auch das Timing des Gegners sollte man gut beobachten, denn manchmal erweist man ihm einen Gefallen damit, wenn man einen zum Abschuss frei gegebenen Blot schlägt. Denn solagen dieser Stein liegen bleibt, kann der Gegner sein Timing nicht verändern, während sich dagegen der eigenen Handlungsspielraum verengt. Der Wert der gegenerischen Stellung erhöht sich also ohne dessen Zutun. Lässt man sich aus Slotten ein, muss man also auch die Chancen des Gegners bedenken, die eigenen Blots zu schlagen. Als Faustregel gilt dabei, dass je näher oder je ferner die Distanz zum Gegner ist, umso geringer oder umso ferner ist die Wahrscheinlichkeit geschlagen zu werden.So ist beispielsweise die Wahrscheinlichkeit mit einer Eins auf der Nachbarzunge getroffen zu werden geringer als Eins zu Drei, während man bei sechs Zungen Abstand zum Gegner eine Wahrscheinlichkeit von Eins zu Zwei hat. Die Chancen des Gegners reduzieren sich allerdings, sobald er den Blot seines Gegenspielers nicht mehr mit einem direkten Schuss erreichen kann. Trotzdem beträgt die Chance bei einer mittleren Distanz von sieben oder acht Feldern noch Eins zu Sechs, während bei elf Feldern sie schon auf Eins zu Achtzehn absinkt.
Man kann diese Wahrscheinlichkeitsrechnungen noch verfeinern, aber davon hat man meist nicht sehr viel. Meist genügt es, wenn man so slottet, dass man direkte gegnerische Schüsse vermeiden kann. Das gilt eigentlich immer, denn man sollte seinen Gegner dort angreifen, wo er schwach ist. Die natürlichen Schwachpunkte sind jedoch immer die Schlusssteine.
Artikel gespeichert unter: Wissenswertes

Ihr Kommentar
Folgende HTML-Tags sind erlaubt:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>
Trackback diesen Artikel | Kommentare als RSS Feed abonnieren