Backgammon – der lange Weg nach Europa
14.Oktober 2008
Nachdem die Beliebtheit von Backgammon bei den alten Römer noch nicht die Initialzündung war, die den Siegeszug des Spieles begründete, bleibt zu erforschen, wie es schließlich wieder zurück nach Europa gelangte und seine heutige Stellung einnehmen konnte. Nachdem das römische Reich untergegangen war und lediglich noch auf der iberischen Halbinsel Tabaluga gespielt wurde, war eine andere Backgammon – Varianten im arabischen Raum äußerst beliebt. Das Spiel nannte man Nard. Man benötigte dafür nur zwei statt drei Würfel. Nard war dem heutigen Backgammon schon sehr ähnlich. Die Araber kamen jedoch nicht über die Römer in den Besitz dieses Spiels, sondern es nahm seinen Weg von Persien, welches die Araber im siebten Jahrhundert unterwarfen. Zu uns gelangte es genau genommen erst vor etwa eintausend Jahren, als es die Kreuzritter mit zurück in ihre Heimat brachten. Kaum hier angekommen, machte das Spiel schnell Karriere, sowohl beim Adel als auch beim Volk. Der Aufstieg hier ging einher mit einem Abstieg der Beliebtheit in Arabien, wo es bei gläubigen Moslems nunmehr als Glücksspiel galt und somit mit den Regeln des Koran nicht vereinbar war.Interessanter Weise brachten erst die Europäer das Spiel wieder dorthin zurück, wenngleich es in Staaten mit strengen religiösen Vorschriften nach wie vor nicht gestattet ist. Man nennt es dort übrigens das europäische Spiel.
Aber auch in Europa nahm die Beliebtheit des Backgammon zeitweise auch wieder ab. Einen neuen Impuls setzten die Türkenkriege einige Jahrhundert nach den Kreuzrittern. Als man von ihnen besonders wertvolle Spielbretter erbeutete, die so genannten Tavla – Bretter, kam Backgammon mit einmal wieder in Mode. Gerade der weltberühmte Ludwig der Vierzehnte, der ohnehin ein begeisterter Spieler war, brachte die neue Modewelle ins Rollen. Doch auch diese hielt nicht ewig an. Erst nach dem ersten Weltkrieg und diesmal in London begann die Geschichte des modernen Backgammon. Es bildeten sich dort erste Backgammon – Clubs, die zuerst vor allem von britischen Künstlern besucht wurden. Bevor das Spiel jedoch endgültig auch auf dem europäische Festland ankam, machte es erst einen Umweg über die Vereinigten Staaten. Von dort stammt die Erfindung des Dopplerwürfels, der dabei helfen sollte, bei diesem Spiel viel Geld zu gewinnen.
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