Tricktrack – Backgammon für Anspruchsvolle

Es ist die anspruchsvollste Variante, die von Backgammon existiert. Tricktrack hat zahlreiche strategische Optionen; es ist sozusagen die Königsklasse des Backgammon. Kein Wunder, dass man als Ausstattung ein wenig mehr benötigt, als dies üblicherweise der Fall ist. So braucht man neben dem Backgammonbrett und fünfzehn Spielsteinen, zwei Würfeln auch noch 3 Geldstücke zum Markieren und zwei weitere größere Geldstücke, um den Spielstand anzuzeigen.Man beginnt an einer Brettseite und stapelt seine Steine in Dreierhäufchen aufeinander, und zwar jeweils am Rand auf der eigenen Seite. Man zieht seine Steine dem Gegner entgegen, um dann auf dessen Seite überzuwechseln um in dessen Heimfeld seine Steine auszuspielen. Bis man soweit ist, kann man auf unterschiedliche Weise Punkte sammeln. Gerade um diese Punkte geht es beim Tricktrack nämlich.

Der Spielbeginn ist dadurch charakterisiert, seine Spielsteinhäufchen abzutragen. Dazu würfelt man und zieht Steine entsprechend der Augenzahl. Auch hier gilt wieder, dass jeder Würfel einzeln gezogen wird, auch wenn man die Wahl hat, ob man jeweils einen oder zwei Steine bewegen möchte. Der kleinere Wurf muss zuerst gezogen werden. Ist dies nicht möglich, verfallen alle Augen dieses Wurfes. Der Pasch spielt beim Tricktrack keine Rolle, er wird wie ein ganz normaler Wurf gezogen. Hat man den ersten Stein ins Spiel gebracht, kann man sich aussuchen, ob man weitere Steine einbringt, oder mit den bereits aktiven Spielsteinen weiter zieht. Man darf schlagen bei diesem Spiel, sofern nur ein Stein auf einer Zunge steht, eine Konstellation, die man in der Fachsprache Blot nennt. Stehen mehr Steine auf einer Zunge, ist sie für den Gegner blockiert. Geschlagene Steine müssen wieder eingespielt werden. Da geschlagene Steine vom Brett genommen werden, ist die Startzunge die Nummer Eins beim Zählen. Wurde ein Stein geschlagen, muss man ihn zuerst wieder einspielen, bevor man andere Züge im Spiel unternehmen darf. Die maximale Anzahl von Steine pro Zunge beträgt Fünf.

Eine besondere Regel macht Tricktrack taktisch interessant. Es handelt sich um die so genannte Hucke, ein Ruheraum, der sich gegenüber der Startzunge befindet. Die darf der Gegner nicht betreten, die eigene Hucke muss man immer mit mindestens zwei Steinen besetzen. Da hier immer zwei Steine stehen müssen, kann man nur dann seine Hucke aufgeben, wenn man auch beide gleichzeitig abzieht. Ins gegnerische Feld hinüber darf man jedoch nur, wenn man seine Hucke auch in Beschlag genommen hat. Man darf zwar die gegnerische Hucke nicht einnehmen, aber wenn man sie mit zwei Steinen erreichen könnte, darf man jedenfalls dann auf seine eigenen ziehen; man spricht davon, sie mit Gewalt zu nehmen. Wer zuerst seine Hucke erobert, hat vier Punkte gewonnen, wenn er einen normalen Wurf macht, und sechs, wenn er einen Pasch wirft. Auch für weitere Steine, die man auf die Hucke zieht, erhält man die entsprechenden Punkte.

Weitere Regeln, besonders der wichtige Jan, werden im folgenden Beitrag beschrieben.

jetzt kommentieren? 08. November 2008

Noch mehr Backgammon für Kinder

Einfache Backgammon – Varianten für den Spielernachwuchs wurden schon im mittelalterlichen Spanien beschrieben. Eines dieser Spiele trägt den Namen Wer nicht kann, fliegt raus. Auch hier brauchen wir, was wenig überrascht, ein Backgammon – Spielbrett und für jeden der beiden Spieler fünfzehn Spielsteine und drei, statt der gewohnten zwei Würfel. Die Grundaufstellung ist jedoch schon ungewöhnlich, im Vergleich zu den bekannten Backgammon – Spielen für Erwachsene. Es werden zu Beginn nämlich jeweils zwei Steine aufgestellt, und zwar von beiden Spieler auf der gleichen Brettseite, jedoch auf gegenüber liegenden Vierteln. Die übrigen Steine werden auf im gleichen Viertel an der Bar platziert, jedoch stellt man seine eigenen Steine auf die Seite des Gegners und umgekehrt. Man zieht entgegen gesetzt um das Spielbrett herum, um dann in Startfeld des Gegners seine Steine nach Möglichkeit aus zuspielen. Ausspielen darf man übrigens schon vom ersten Zug an. Das kann gelingen, da man mit jeder gewürfelten Sechs einen seiner anfänglich dreizehn Steine an der Bar im gegnerischen Startfeld aus dem Spiel nehmen darf. Stehen noch eigene Steine im Startviertel, so darf man keine Augen verfallen lassen. Ausspielen geht dann also nur, wenn man direkt trifft. Ausspielen darf man auch nur, um die Sache noch etwas interessanter zu machen, nur Steine von der hintersten Zuge, die man augenblicklich besetzt hält. Die gegnerische Startzunge darf man übrigens ebenfalls nicht besetzten, solange man theoretisch noch die Möglichkeit hat, gegnerische Steine zu schlagen. Geschlagene Steine werden nämlich wieder auf die Startzunge gesetzt, so dass diese frei bleiben muss. Wie viele Steine man mit einem Wurf bewegt bleibt dem Spieler überlassen. Man kann bis zu drei Steine mit einem Wurf bewegen, muss aber nicht. Aber auch hier gilt: jeder Wurf ist ein Zug, der einzeln ausgeführt werden muss. Ein Pasch hat in dieser Variante keine besondere Bedeutung, sondern wird wie ganz normal gezogen.

jetzt kommentieren? 07. November 2008

Backgammon für Kids

Einige Backgammon – Spiele sind speziell für Kinder konzipiert, obwohl sie mit dem Backgammon für „Erwachsene” nur wenig gemein haben. Eines dieser Kinder – Spiele nennt sich Eckenspringer. Es ist in Island entstanden, wo es Hornaskella heißt.  Man braucht dafür natürlich ein Backgammon – Brett, jedoch nur sechs Spielsteine pro Spieler und die gewohnten zwei Würfel. Die Startaufstellung erfolgt auf den sechs Zungen der eigenen linken Brettseite. Man zieht gegen den Uhrzeigersinn um das Spielfeld. Ziel ist es dabei, gegnerische Steine zu schlagen. Diese werden aus dem Spiel genommen und bleiben auch draußen. Wer zuerst alle gegnerische Steine vom Brett geholt hat, ist Sieger der Partie. Gewürfelt wird etwas anders als gewohnt, da nicht alle Würfe zählen. Vielmehr kann man nur Würfe mit sechs oder einem Auge ziehen, sowie alle Paschs. Die Sechs und die Eins zieht man normal, einen Sechserpasch darf man viermal ziehen und sogar nochmals würfeln. Alle anderen Paschs werden normal gezogen, dass heißt jeder Würfel wird einzeln nach seiner Augenzahl verwendet. Jedoch hat man einen Vorteil dabei, da man auch bei diesen Paschs nochmal würfeln darf. Pro Zunge ist nur ein Spielstein erlaubt. Erreicht man eine Zunge mit einem gegnerischen Stein, so ist dieser geschlagen und wird vom Brett genommen. Nicht schlagen darf man den Gegner, wenn man eigene Steine unmittelbar rechts und links neben ihm stehen hat. Trifft man mit einem Wurf ein Feld, auf dem schon ein eigener Stein steht, so ist der Wurf nicht etwa verloren, sondern man darf damit auf das nächste frei Feld rücken. Der letzte eigene Stein im Spiel wird nun zum so genannten Eckenspringer. Er kann nur noch dann gezogen werden, wenn man eine Eins oder eine Sechs würfelt. Gezogen werden kann er nur noch in Ecken, und zwar entweder bei einer Eins in die nächste, bei einer Sechs in die übernächste. Ein Pasch wird wie jetzt normal gezogen, indem man zwei Ecken weiter springt, obgleich man nochmals würfeln darf.

jetzt kommentieren? 06. November 2008

Garanguet – Backgammon auf die Schnelle

Auch Garanguet ist eine Backgammon – Variante, die im Volk entstanden ist, und sich daher durch einfache Regeln und hohe Spielgeschwindigkeit auszeichnet – das Volk musste nun mal Arbeiten, da konnte man sich für ein Spielchen zwischendurch nur begrenzt Zeit nehmen.Hier genügen im Gegensatz zu einem anderen Volks – Backgammon, Tokadielle, fünfzehn Steine für jeden Spieler, jedoch benötigt man hier drei statt der üblichen zwei Würfel. Das ist ein wesentlicher Grund dafür, dass dieses Spiel sehr schnell gespielt werden kann, aus den genannten Gründen.

Man beginnt jeweils an der eigenen Brettseite auf der gegenfarbigen Zunge, die dem Rand am nächsten liegt. Der Weg verläuft wiederum am Brettrand entlang, um dann am Ende der eigenen Seite auf die des Gegners zu wechseln. Das Ausspiel entsfällt bei Garanguet. Gewinner ist hier nämlich, wer zuerst alle seine Steine ins letzte Viertel gebracht hat. Die drei verwendeten Würfel haben zur Folge, dass man bei einem normalen Wurf entweder mit einem oder mit bis zu drei Steinen ziehen kann. Jede Augenzahl ist dabei ein separater Zug. Bei einem Pasch darf man wiederum die doppelte Zahl ziehen, und zwar dann, wenn der dritte Würfel weniger Augen zeigt als ein Pasch – Würfel. Zeigt der dritte Würfel also eine höhere Augenzahl, dann zählt der Pasch wie ein normaler Wurf, der jeweils separat mit der jeweiligen Augenzahl einfach gezogen wird. Hat man, was ja bei drei Würfel möglich ist, drei gleiche Würfe, darf man diesen Dreierpasch auch dreifach ziehen. Das bedeutet, dass man maximal bis zu vierundfünfzig Augen ziehen darf. Würfe muss man bevorzugt vollständig nutzen. Auch wenn es taktisch günstiger wäre anders zu ziehen, so muss man der Zugvariante den Vorzug geben, die alle Augen ausnutzt. Hat man mit einem Stein das Heimfeld des Gegners erreicht, müssen diese stehen bleiben. Hat der Gegner auf einer Zunge wenigstens zwei Steine stehen, so kann man diese mit eigenen Steinen nicht betreten. Einzelne Steine dürfen dagegen geschlagen werden. Wird ein Stein geschlagen, so darf man erst dann wieder einen Stein auf dem Brett bewegen, wenn man den geschlagenen Stein wieder ins Spiel gebracht hat.

jetzt kommentieren? 04. November 2008

Backgammon für Arme – Tokadielle

Einige Backgammon – Varianten haben ihre Karriere nicht in den feine Häusern der Oberschicht begonnen, die mehr als genug Zeit hatte, ausgedehnte Partien zu spielen. Auch die arbeitende und meist arme Bevölkerung hat ihre Versionen des Backgammon entwickelt. Sie zeichnen sich vor allen Dingen dadurch aus, dass man sie schnell spielen kann, da diesen Menschen nicht soviel Zeit zur Verfügung stand, um ihren Vergnügen nach zu gehen.Eines dieser Spiele trägt den italienischen Namen Tokadielle. Gespielt wird es mit sechzehn Steinen pro Spieler. Grund dafür ist das hauptsächliche Spielziel, nämlich Primes zu schaffen. Natürlich braucht man dafür auch ein Backgammonbrett und außerdem zwei Würfel. Als zusätzliche Spielausstattung sind noch zwei Marker vonnöten, mit denen man seine Punkte kennzeichnet.

Das Ziel des Spiels ist es, den Gegner auf seinen Blots zu treffen und durch Primes Punkte zu sammeln. Wer zuerst zwölf davon hat, ist Sieger der Partie. Eine Tokadielle besteht jedoch aus mehreren solcher Partien.

Bei Spielstart setzt man seine Steine auf der letzten Zunge auf der eigenen Brettseite. Die Spieler ziehen aufeinander zu um das Brett herum. Man beginnt in seinem Heimfeld um dann vom benachbarten Viertel aus auf die Gegenseite zu wechseln um dann im letzten Viertel wieder alle Steine zusammen zu bringen. Ausgespielt wird dabei wie üblich. Ein Pasch zählt bei diesem Spiel nicht doppelt, sondern wird einfach gezogen. Man kann seinen Wurf auf zwei Steine aufteilen, muss aber jeden Würfel einzeln und vollständig ziehen, wobei es keine Rolle spielt, ob man die höhere oder niedrigere Zahl zuerst wählt. Kann man nur mit einer Zugvariante alle Augen ziehen, so ist dieser er Vorzug zu geben. Geschlagen werden kann man bei Tokadielle nicht, weshalb wiederum die Taktik des Blockierens zum Einsatz kommen kann.

Bei diesem Spiel steht jedem Spieler ein so genannter Ruhepunkt zur Verfügung, der sich auf der eigenen Hälfte in der gegenüberliegenden Ecke befindet. Er muss mit zwei Steinen besetzt werden. Bevor man dies nicht gemacht hat, darf man nicht auf die andere Seite überwechseln.

Punkte gibt es für jeden Blot, den man, obwohl nicht geschlagen werden darf, gewinnen könnte. Würde dies mit einem Pasch gelinge, erhält man dafür zwei Punkte. Diese werden mit dem Marker gezählt.. Besetzt man sechs aufeinander folgende Zungen mit je zwei Steinen hat man ein so genannte Prime, für den es ebenfalls Punkte gibt.

jetzt kommentieren? 03. November 2008

Esir – Backgammon für Jäger

Eine weitere türkische Backgammon – Variante nennt sich Esir. Das Wort bedeutet soviel wie gefangen. Das Spiel erfordert besondere Aufmerksamkeit vom Spieler, da es eine hohe Dynamik aufweist.Das liegt an einer ganz besonderen Regel, die Esir von anderen Backgammon – Spielen abhebt. Auch bei diesem Spiel darf man gegnerische Steine nicht schlagen, aber trotzdem kann ein Stein in Gefahr geraten, wenn er alleine auf einer Zunge steht. Kann der Gegner diese Zungen nämlich erreichen, so darf er sie auch mit seinem Stein betreten und sich über den dort schon platzierten Stein stellen. Das bedeutet, dass der unten liegende Stein nunmehr gefangen ist. Das bleibt er solange, wie der gegnerische Stein auf dieser Zunge bleibt. Erst wenn er weiter zieht, kann auch der bislang gefangene Stein wieder bewegt werden. Gefangen nehmen darf man jedoch nur einzeln stehende Steine. Auch auf Zungen, auf denen man selbst eine Stein gefangen hält, darf der Gegner nicht ziehen. Dies soll verhindern, dass das Spiel durch mehrere Gefangennahmen ins Stocken gerät.

Gestartet wird Esir aus dem Heimfeld und von dort auf der ersten Zunge. Die Startaufstellung verlangt, dass man seine fünfzehn Steine in einer Fünferkolonne übereinander schichtet. Von dort aus zieht man an der eigenen Brettseite entlang, um dann auf die Seite des Gegners zu wechseln. Im letzten Viertel sammelt man seine Steine. Das Ausspiel verläuft auch bei Esir wie gewohnt. Auch die Würfelregeln sind wie bei der bekannten Backgammon – Variante. Es zählt ein einfacher Wurf auch einfach, ein Pasch wird doppelt gezogen. Man darf schon von Beginn an mit einem Stein weiter ziehen, auch wenn man noch nicht alle Steine eingespielt hat.

Damit der Gegner wenig Chance auf eine Gefangennahme hat, sollte man seine Steine im ersten Viertel zusammenhalten. Der Gegner kann mit einem hohen Pasch nämlich das Heimfeld mit einem Zug erreichen, wenn es ungünstig läuft. Gelingt ihm dann dort eine Gefangennahme, wird er diese nicht so schnell wieder auflösen. Wurde ein eigener Stein festgesetzt, sollte man ein gleiches beim Gegner versuchen. Damit schafft man Verhandlungspotential, um seinen eigenen Stein wieder frei zu bekommen.

jetzt kommentieren? 31. Oktober 2008

Backgammon aus der Stadt der Rosen

Ismir-Tavla heißt eine türkische Backgammon – Variante, so nennen es jedenfalls die Bewohner der Stadt Ismir, was soviel bedeutet wie „Stadt der Rosen”. Im Rest der Türkei wird das Spiel Gülbahar genannt. Es ist ein weiteres Backgammonspiel, das sich bis heute im Mittelmeerraum erhalten hat.Hier unterscheidet sich schon die Startaufstellung von dem uns bekannten Backgammon. Jeder Spieler spielt nämlich auf seiner Seite jeweils auf der schwarzen Zunge seine Steine. Das hat zur Folge, dass es keine Überkreuzungen auf dem Weg gibt, sondern man wandert jeweils quasi gemeinsam um das Spielbrett und passiert jeweils den Start des Gegners und umgekehrt. In diesem Spiel werden keine Steine geschlagen. Das hört sich erst einmal vorteilhaft an, eröffnet aber eine taktische Möglichkeit, die dem Gegner schwer zu schaffen machen kann. Ganz leicht kann man nämlich mit einem Stein eine Zunge blockieren. Damit das Spiel nicht schon kurz nach Beginn zum Erliegen kommt, helfen zwei weitere Regeln den Spielfluss zu erhalten. Zuerst muss man nämlich zum Beginn einen Stein ins Heimfeld bringen. Ansonsten darf man keine weiteren Steine einspielen. Außerdem darf man in seinem Heimfeld nicht alle Zungen blockieren, sondern man muss wenigsten eine frei lassen. Ist der erste Spielzug getan, kann man sich aussuchen ob man lieber ziehen will oder ob man es vorzieht, weitere Steine ins Spiel zu würfeln. Die Würfelregeln sind im Grund wie gewohnt. Normale Würfe werden ohne Besonderheit gezogen, einen Pasch darf man zweimal ziehen. Gezogen werden muss auf jeden Fall, zuerst die höhere Augenzahl. Das Ausspiel kann erst dann beginnen, wenn man mit allen Spielsteinen im Heimfeld steht. Hier gilt, das man zuerst ausspielen muss. Wenn man das nicht mit einem glatten Wurf kann, darf man innerhalb des Heimfeldes ziehen. Gelingt auch das nicht, darf man Augen verfallen lassen.

Die bevorzugte Taktik, um bei diesem Spiel die Chancen zu erhöhen, besteht darin, möglichst sechs Steine in einer Linie auf der eigenen Seite zu setzen. Gelingt dies, ist der Sieg schon fast in Reichweite. Da der Gegner natürlich ein gleiches versucht, sollte man versuchen ihn dabei zu stören, indem man rasch wenigstens zwei Steine in sein Heimfeld spielt, um eine geschlossene Linie bei ihm zu verhindern.

jetzt kommentieren? 29. Oktober 2008

Hep-Yek – Backgammon am Mittelmeer

Die Ländern am Mittelmeer, in denen auch heute noch Backgammon gespielt wird, entsprechen in etwa heute noch der Ausdehnung des untergegangenen Osmanischen Reiches. Dort heißt Backgammon jedoch nicht Backgammon, sondern Tavla, Tawula oder Tabli, ganz abhängig davon in welchem heutigen Land man sich gerade befindet. Die Spielausrüstung ist jedoch die gleiche wie in Europa.Hep-Yek ist die türkische Variante des Backgammon. Das Wort hat in etwa die Bedeutung von „alles auf einmal”. Das deutet schon darauf hin, was dieses Spiel ausmacht.

Zuerst einmal stellt man seine Steine genau so auf, wie man es von unserem Backgammon her kennt. Auch die Art und Weise wie man zieht oder würfelt ist ganz ähnlich wie bei uns. Man kann einzelne Steine schlagen und auch wieder ins Spiel bringen. Der große Unterschied liegt im Endspiel, nämlich wie man seine Steine vom Brett bekommt um zu siegen. Auch hier erst wieder eine Ähnlichkeit, nämlich die Sammlung aller Spielsteine im Heimfeld. Jetzt jedoch kann man nur dann einen Stein auswürfeln, wenn man die exakte erforderliche Augenzahl würfelt. Gelingt dies mit einem Wurf nicht und kann man auch nicht innerhalb des Schlussfeldes ziehen, darf der Gegner den Zug verwenden. Kann auch er nicht, darf man ohne glatten Wurf den jeweils letzten Stein ausspielen und kann auf die nicht in Anspruch genommen Würfelaugen verzichten.

Ein weiterer großer Unterschied besteht in der Behandlung von einem Pasch. Bei jedem Pasch darf man die Augen jeweils zweimal ziehen und im Anschluss mit dem nächst kleineren Pasch das ganze noch einmal. Das geht so fort bis zum kleinsten Pasch, solange man in der Lage ist, die Züge auch auszuführen. Kann man dies nicht, darf wiederum der Gegner dort weitermachen, wo man selbst es nicht mehr konnte. Ist beim ihm ein Hindernis aufgetaucht, dass ihn am Ziehen hindert, darf man wiederum selbst weitermachen, wo er nicht mehr konnte. Könnten beide nicht, verfallen die Würfe.

Im übrigen gehen auch normale Würfe dann zum Gegenspieler über, wenn man sie nicht ziehen kann.

jetzt kommentieren? 28. Oktober 2008

Acey-Deucy – Backgammon auf Amerikanisch

Acey-Deucy ist angeblich bei der Kriegsmarine der USA entstanden, während die Schiffe im Mittelmeer unterwegs waren. Es ähnelt sehr einer vereinfachten Form des Original – Backgammons, auch Puff-Spiel genannt. Der große Unterschied zum Original liegt in der Art und Weise, wie man seine Spielsteine einspielt.Man benötigt wie immer ein Backgammonbrett, außerdem für jeden Spieler fünfzehn Steine und wiederum zwei Würfel.

Es gibt bei Acey-Deucy keine Startaufstellung. Vielmehr werden die Steine eingespielt und zwar jeweils auf der Seite des jeweiligen Spielers. Der Spieler mit Schwarz beginnt an der Seite mit der weißen Zunge, der andere entsprechend auf der mit der schwarzen. Man zieht mit den Steinen am Brettrand. Erreicht man das Ende des eigenen Randes, spielt man seine Steine über die Seite des Gegners aus. Die Würfelregeln und die Züge entsprechen denen des Original-Backgammon. Ein normaler Wurf wird auch so gezogen, ein Pasch gestattet und verpflichtet zum doppelten Ziehen. Auch hier muss man die höhere Würfelzahl zuerst ziehen. Auch die Zugregeln sind ansonsten gleich. Der Gewinner ist wiederum der, der seine Steine als Erster wieder vom Brett gespielt hat.

Acey-Deucy unterscheidet sich vom Original unter anderem dadurch, dass man bereits ziehen darf, bevor man alle Steine eingespielt hat. Das erlaubt eine taktische Raffinesse, mit der man einen vermeintlich im Vorteil befindlichen Gegner aufhalten kann. Spielt man nämlich nur vierzehn Steine ein, und hält den letzten heimlich zurück, so dass der Gegner ihn nicht wahrnimmt, hat man einen so genannten Clammy in der Hand. Mit diesem Clammy kann man einem Gegner, der im Spiel schon weit fortgeschritten ist, sozusagen im Handstreich zwei Blots nehmen. Bevor man ihn einsetzen kann, muss man allerdings erst geschlagene Steine wieder ins Spiel würfeln.

Ein weiterer Unterschied ist eine besondere Wurfkombination, nämlich die aus Eins und Zwei. Diese Kombination ist auch der Namensgeber des Spiels, da Acey-Deucy genau diese Bedeutung hat. Hat man eine solchen Wurf, zieht man ihn zuerst und dreht danach die Würfel um und rückt die jetzt zu sehenden Zahlen. Es geht aber noch weiter. Nach diesem Zug darf man sich einen Pasch zurecht legen und diesen nach den Regeln ziehen. Und jetzt, um die Sache abzuschließen, darf man nochmals würfeln. 

jetzt kommentieren? 27. Oktober 2008

Puffspiel – das Backgammon – Original

Das so genannte Puffspiel ist das eigentliche Original des Backgammon wie es in Deutschland und angrenzenden Gebieten bekannt geworden ist. Woher der Name kommt, ist nicht ganz geklärt. Puff könnte ein altes Wort für Pasch sein, es könnte aber auch im Sinne von zusammen stoßen gemeint sein. Vom Puffspiel gibt es zwei Varianten, wobei die längere von beiden das eigentliche Original darstellt.Dazu braucht man ein Backgammon-Brett, für jeden Spieler fünfzehn Steine und zwei Würfel. Das Puffspiel unterscheidet sich von anderen Backgammonspielen dadurch, das beide Spieler den gleichen Weg machen. Also starten beide von der selben Seite des Spielbrettes, umrunden es und spielen auf der selben Seite ihre Steine aus. Das ist also wie beim römischen Tabalugaspiel, wobei hier natürlich keine Armeen aufeinander treffen, sondern es um einen Wettstreit geht. Wer als erster alle Steine vom Brett gespielt hat, ist der Gewinner der Partie.

Man beginnt, indem beide Spieler würfeln, und zwar nur mit einem Würfel. Der Spieler mit der höheren Augenzahl darf anfangen. Bei Gleichstand wird die Prozedur wiederholt, bis eine Entscheidung gefallen ist. Dieser Wurf zu Beginn ist der so genannte Generalpasch, der für den Rest des Spielers Gültigkeit behält.

Der Sieger des Startwurfs würfelt nun mit beiden Würfeln, um die Start, -und Zielkante des Brettes zu bestimmen. Dies geschieht, indem er zwei Steine einspielt. Der erste Zug muss mit zwei Steinen erfolgen, alle weiteren können auch mit einem Stein gezogen werden. Allerdings darf man die Augenzahl auch hier nicht addieren, sondern muss die geworfenen Augen nacheinander ziehen, wenn auch mit einem Stein. Auch muss man zuerst die kleinere Augenzahl setzten. Kann man dies nicht, verfällt der gesamte Wurf. Sind noch nicht alle Steine im Spiel, darf man keinen gegnerischen Stein schlagen. Aber man darf auch erst mit einem bereits gesetzten Stein ziehen, wenn man alle seine Steine auf dem Brett hat.

Wichtig ist beim Puff der Pasch. Der erste geworfene Pasch hat keine Besonderheit, er wird wie ein ganz normaler Wurf gezogen. Der zweite jedoch schon, bringt Dynamik ins Spiel. Man darf jede Augenzahl zweimal ziehen. Danach dreht man die Würfel um und zieht mit diesen Augen wiederum je zweimal. Kann man nicht alle Augen ziehen, darf man die Würfel auch nicht umdrehen. Die nicht gezogenen Augen darf dann der Gegner ziehen. Ist ihm dies auch möglich, darf er die Würfel drehen. Der Gegner erhält nur dann die Augen des anderen Spielers, wenn er die Oberseite der Würfe nicht setzen konnte. Gelingt dies bei der Rückseite nicht, verfallen die Augen. Konnte man alle Augen ziehen, sowohl die oberen als auch die unteren, darf man nochmals würfeln.

Wirft man den erwähnten Generalpasch, dann wird dieser nach den Regeln eines normalen Pasches gezogen. Kann man dies nicht, darf der Gegner die Augen verwerten.

jetzt kommentieren? 24. Oktober 2008

Die Jacoby-Regel und scharfe Backgammon-Varianten

Der Dopplerwürfel als zusätzliches Element, ein Backgammon-Spiel noch interessanter zu machen, wurde bereits vorgestellt. Damit ist dessen Potential jedoch noch längst nicht erschöpft.Ob man ihn denn nun dreht oder nicht, das hängt davon ab, was man beim Spiel riskieren will. Je nach Naturell sind da manche eher zurückhaltend und trauen sich nicht einmal dann den Einsatz zu erhöhen, wenn ihre Chancen gut stehen. Genau für solche Konstellationen gibt es erweiterte Regeln, die zum Beispiel besagen, dass ein Spiel nur dann gültig ist, wenn der Würfel gedreht wurde. Man nennt dies die so genannte Jacoby-Regel.

Aber es gibt noch mehr Varianten, die weitere Verschärfungen und damit noch mehr Spannung ins Spiel bringen. Man kann vereinbaren, dass kein Mitspieler mehr als fünf Steine zur gleichen Zeit auf einer Zunge stehen haben darf. Das ist vor allem dann relevant, wenn man gegen eine Prime spielen muss, da man nun darum fürchten muss, dass man einen gewünschten Zug nicht ausführen kann.

Das wiederum war Anlass, sich eine Regelerweiterung auszudenken, die verhindern soll, dass Würfe nicht aufgeführt werden können. Sie besagt, dass für einen Spieler nicht ausführbare Würfe seinem Gegenspieler zugute kommen.

Snake nennt sich eine Variante, die man als Revanche spielen kann. Der Gewinner der vorherigen Partie spielt seine fünfzehn Steine in das gegnerische Heimfeld. Erst nachdem der fünfzehnte Stein dort angelangt ist, darf er mit seinen Steinen dieses Heimfeld wieder verlassen. Der vorher unterlegene Spieler beginnt dagegen wie immer.

Die so genannte ff-Variante funktioniert folgendermaßen. Man setzt sich in der Hoffnung seine Chancen zu verbessern erst einmal einem Risiko aus, indem man selbst auf die Bar spielt. Dazu muss man allerdings erst einen eigenen Stein direkt aus dem Heimfeld spielen können. Diesen setzt man dann auf die Bar. Diese Variante gilt von Spielbeginn an, jedoch nur, bis man jeweils ganz normal ausspielen kann.

Die libanesische Variante des Ausspiels erfordert, das man nur solche Würfe für das Ausspiel verwenden darf, die man nicht ins Heimfeld ziehen kann. Dadurch wird das Ausspiel verzögert und der Gegner hat länger die Möglichkeit, das Blatt zu seinen Gunsten zu wenden.

jetzt kommentieren? 23. Oktober 2008

Der Dopplerwürfel – ein Backgammon – Highlight

Die heutige Beliebtheit von Backgammon hat auch mit einer Erfindung zu tun, die Anfang des letzten Jahrhunderts in den USA gemacht wurde. Leidenschaftliche Spiele erfanden den so genannten Dopplerwürfel. Dieser Würfel unterscheidet sich zwar von der Form her nicht von einem gewöhnlichen Würfel, aber seine Augen haben eine Besonderheit. Es wird nicht einfach von eins bis sechs durch gezählt, sondern jede folgende Würfelseite potenziert den nächst kleineren Wert. Da die Zählung mit der Zwei beginnt, hat die letzte Seite demnach vierundsechzig Augen. Dieser Würfel ist besonders für solche Spieler eine Bereicherung, die gerne mit hohem Einsatz spielen, um noch mehr Spannung in die Partie zu bringen. Kommt der Dopplerwürfel zum Einsatz, beginnt der Spieler zwar mit bescheidenem Einsatz, den er aber je nach Spielverlauf deutlich aufstocken kann. Das funktioniert so: am Anfang wird der Würfel neben das Backgammonbrett gelegt, wobei die Seite mit vierundsechzig Augen nach oben weist. Wer von den Spielern meint, seine Chancen hätten sich im Verlauf der Partie verbessert, kann seinem Gegenüber anbieten, den Einsatz zu verdoppeln. Um dies zu signalisieren, wird der Dopplerwürfel so gedreht, dass der kleinste Wert, die Zwei, nach oben weist. Der Spieler, der den Einsatz erhöhen will, nimmt den Würfel dabei auf seine Brettseite. Der Gegner kann nun folgendes tun. Entweder er ergibt sich, wenn er meint keine Chance zu haben. Oder er lässt sich auf die Sache ein. Hält er seine Position ebenfalls für siegversprechend, kann er selbst den Einsatz nochmals erhöhen, indem er dazu auffordert, den Würfel weiter zu drehen. Das bedeutet, dass nunmehr der vierfache Einsatz im Spiel ist. Der Gegner kann, wenn das Spiel für ihn gut verläuft, den Würfel seinerseits auf seine Brettseite holen und den Einsatz wiederum erhöhen. Nun hat der andere Spieler die Wahlmöglichkeiten, die eben beschrieben wurden. Erhöhen kann immer nur der Spieler, auf dessen Seite der Würfel gerade nicht liegt.

jetzt kommentieren? 22. Oktober 2008

Backgammon – so spielt der Sieger aus

Hat man schließlich alle Steine ins eigene Heimfeld gebracht, beginnt man mit dem Ausspiel. Das Ausspiel ist keinesfalls nur ein simples Hinauswürfeln, sondern unterliegt ebenfalls taktischen Notwendigkeiten. Es gibt zwei Arten von Ausspiel, einmal das Ausspiel mit Opposition und einmal das ohne. Das bedeutet: Entweder es gibt ein Ausspiel mit gegnerischen Steinen im Heimfeld oder eben nicht. Beim Ausspiel ohne Opposition sollte man jeden möglichen Zug dazu verwenden, Steine vom Brett zu spielen. Züge, die dazu nicht geeignet sind, verwendet man am Besten dazu, freigewordene Zungen im Heimfeld erneut zu besetzen. Von dort aus kann man dann wieder problemlos ausspielen.Das Ausspiel mit Opposition gestaltet sich etwas komplizierter. Man sollte sofern möglich verhindern, das ein Blot entsteht. Dies wäre nämlich die einzige Möglichkeit des Gegenspielers, nicht ganz so haushoch zu verlieren. Es empfiehlt sich also, auf Sicherheit zu spielen. Auf dem letzten Punkt sollte nach Möglichkeit eine gerade Anzahl von Steinen platziert sein. Andernfalls könnte ein ein hoher Pasch die eigenen Stellung zerstören. Die hinteren Zungen sollte man jetzt so schnell wie möglich auflösen, um Lücken in der eigenen Stellung zu vermeiden. Dies ist jetzt wichtiger als das Ausspiel selbst. Die Zungen sollte man dabei von hinten nach vorne auflösen und dabei immer auf eine Besetzung achten, auf die oben schon hingewiesen wurde, nämlich mit jeweils seiner geraden Anzahl von Steinen.

jetzt kommentieren? 21. Oktober 2008

Backgammon – Strategie für Fortgeschrittene

Ein wichtiger taktischer Begriff des Backgammon stammt aus der US-Szene, und zwar da so genannte Timing. Damit ist die Fähigkeit des Spielers gemeint, Züge auszuführen, ohne das er dabei wichtige Punkte aufgeben muss. Dazu benötigt man ausreichend aktive Helfer. Aber auch das beste Timing endet irgendwann. Dann sollte man in der Regel, den nächsten Zug slotten. Damit ist gemeint, dass man ganz bewusst ein Risiko eingeht, einen Punkt aufzugeben und zwei Blots auf strategisch wichtige Zungen zu setzen. Dabei hofft der Spieler, das aus den Blots im nächsten Zug wieder sichere Punkte werden. Auch das Timing des Gegners sollte man gut beobachten, denn manchmal erweist man ihm einen Gefallen damit, wenn man einen zum Abschuss frei gegebenen Blot schlägt. Denn solagen dieser Stein liegen bleibt, kann der Gegner sein Timing nicht verändern, während sich dagegen der eigenen Handlungsspielraum verengt. Der Wert der gegenerischen Stellung erhöht sich also ohne dessen Zutun. Lässt man sich aus Slotten ein, muss man also auch die Chancen des Gegners bedenken, die eigenen Blots zu schlagen. Als Faustregel gilt dabei, dass je näher oder je ferner die Distanz zum Gegner ist, umso geringer oder umso ferner ist die Wahrscheinlichkeit geschlagen zu werden.So ist beispielsweise die Wahrscheinlichkeit mit einer Eins auf der Nachbarzunge getroffen zu werden geringer als Eins zu Drei, während man bei sechs Zungen Abstand zum Gegner eine Wahrscheinlichkeit von Eins zu Zwei hat. Die Chancen des Gegners reduzieren sich allerdings, sobald er den Blot seines Gegenspielers nicht mehr mit einem direkten Schuss erreichen kann. Trotzdem beträgt die Chance bei einer mittleren Distanz von sieben oder acht Feldern noch Eins zu Sechs, während bei elf Feldern sie schon auf Eins zu Achtzehn absinkt.

Man kann diese Wahrscheinlichkeitsrechnungen noch verfeinern, aber davon hat man meist nicht sehr viel. Meist genügt es, wenn man so slottet, dass man direkte gegnerische Schüsse vermeiden kann. Das gilt eigentlich immer, denn man sollte seinen Gegner dort angreifen, wo er schwach ist. Die natürlichen Schwachpunkte sind jedoch immer die Schlusssteine.

jetzt kommentieren? 17. Oktober 2008

Backgammon – taktische Grundmuster

Grundsätzlich entwickelt sich jedes Spiel trotz seiner ganz eigenen Dynamik nach nur drei Grundmustern. Das eine Muster nennt man Rennspiel, eines Blockadespiel und das dritte Haltespiel. Ob man sich auf eine der Varianten einlässt, oder ob man besser versucht durch eigenen Spielzüge den Spielverlauf zu ändern, hängt von der Einschätzung des Spielers ab, welche Siegchancen er mit welcher Taktik hat.Beim Rennspiel versucht man, eine direkte Konfrontation zu vermeiden und über sicher gehaltene Punkte möglichst schnell das Heimfeld zu erreichen. Darauf kann man sich ohne weiteres einlassen, wenn der so genannte Pipcount positiv ist. Positiver Pipcount bedeutet, das die Summe der noch benötigten Würfelaugen für das Ausspiel geringer sein muss als der des Gegners.  Günstig steht es, wenn man wenigstens zehn Prozent weniger Augen benötigt als der Gegenspieler. Gute Spieler zählen ihren Pipcount von Anfang an gleich mit. Jeder Spieler hat ein Soll von einhunderzweiundsechzig Augen beim Start. Wer sich nicht als Profi fühlt, kann es auch bei einer groben Schätzung im Spielverlauf belassen. Man sollte außerdem darauf achten, dass die eigenen Punkte so verteilt sind, dass man mit möglichst vielen Kombinationen dort hin gelangt.

Beim Blockadespiel bemüht man sich darum, möglichst schnell eine vorgeschobene Prime aufzubauen. Wertvoll ist die vor allem dann, wenn sie sich überwiegend im Außenfeld befindet und man sie möglichst lange halten kann. Nicht immer lässt sich eine Prime gegen den Partner durchsetzen. Ähnlich wirksam sind aber dicht gestaffelte Punkte. Das ist jedoch nur dann von Nutzen, man über ausreichend aktive Helfer verfügt. Helfer nennt man die Steine, die man bewegen kann, ohne dass man deswegen einen Punkt aufgeben muss.

Eine Haltespiel entwickelt sich meistens als Reaktion auf ein Rennspiel, wenn einer der Spieler scheinbar uneinholbar im Vorteil ist, da sein Pipecount deutlich niedriger ist als der des Gegners. Es handelt sich also oft um eine erzwungene Strategie. Spielt man ein Haltespiel, so muss man versuchen mit den beiden hinteren Steinen den so genannte golden Punkt zu besetzen und gleichzeitig eine Prime auf dem Heimfeld aufzubauen. Die Taktik besteht dabei darin, auf jenen Moment zu warten, zu dem der Gegner eine rückwärtigen Punkt aufgeben und Blots in seinem Außenfeld verteilen muss. Vom golden Punkt aus kontrolliert man das gegnerische Außenfeld und hält sich zugleich eine Ausweichmöglichkeit offen, falls ein Stein geschlagen wird. Gelingt die Umsetzung dieser Taktik, wendet man sogleich das Spiel zu seinen Gusten. Der Gegner kann den geschlagenen Blot nämlich dann erst wieder einspielen, wenn man bereits die ersten Steine vom Brett gespielt hat. Den goldenen Punkt zu besetzen ist überhaupt immer eine gute Idee, da man dadurch einen enormen taktischen Vorteil gewinnt.

jetzt kommentieren? 16. Oktober 2008

Backgammon – so geht’s

Ein Spiel vom Alter des Backgammon hat Charakter und widersetzt sich in mancher Beziehung einer verbindlichen Regelung. So sind beispielsweise die Spielsteine mal schwarz und weiß, mal gelb und rot oder in ganz anderen Farben. Auch die Bretter sind nicht einheitlich gefärbt. Einige sind einfarbig, andere sind in den Farben der Spielsteine gestaltet, manchmal ist die Farbgebung auch ganz willkürlich. Das gleiche gilt für die Kennzeichnung der Zungen. Einmal werden sie von Eins bis Vierundzwanzig durchnummeriert, ein anderes mal von Eins bis Zwölf, einmal beginnt die Nummerierung links, einmal rechts.Backgammon ist möglicherweise deshalb so populär, weil sich durch die Besonderheiten der Startaufstellung bereits nach wenigen Würfen ein aktives Spielgeschehen entwickelt. Die fünfzehn Steine einer jeden Partie werden sozusagen derart aufgestellt, als hätten man bereist ein Drittel des Spiels hinter sich gebracht. Um Unsicherheiten beim Aufbau der Startaufstellung zu vermeiden, kann man nach folgender Regel vorgehen: Weiß zieht über das weiße Feld hinaus, Schwarz zieht über das schwarze Feld hinaus.

Das bedeutet, da das Brett stets so zwischen den Spielern liegt, dass die beiden weißen Randzungen an der Brettkante eines jeden Spielers nach rechts weisen, dass man, falls man im Verlauf des Spieles die Farben der Spielsteine tauscht, mal von rechts und mal von links übers Brett zieht. Jeder Spieler setzt also zwei Steine auf sein ursprüngliches Startfeld. Jeweils fünf Steine legt man auf seinen Mittelpunkt und fünf weitere Steine kommen auf die sechste Zunge des Heimatfeldes. Die restlichen drei Steine plaziert man auf einer Zunge vor seinem Barpunkt.

Beim Backgammon geht es darum, dass man möglichst rasch seine eigenen Steine ins Heimfeld zieht und, wenn man dort angekommen ist, diese aus dem Spiel würfelt. Dabei versuchen die Spieler während des Spiels, Ihren Gegner zu behindern und zu schlagen. Wer zuerst seine Steine vom Brett hat, ist der Sieger.

jetzt kommentieren? 15. Oktober 2008

Backgammon – der lange Weg nach Europa

Nachdem die Beliebtheit von Backgammon bei den alten Römer noch nicht die Initialzündung war, die den Siegeszug des Spieles begründete, bleibt zu erforschen, wie es schließlich wieder zurück nach Europa gelangte und seine heutige Stellung einnehmen konnte. Nachdem das römische Reich untergegangen war und lediglich noch auf der iberischen Halbinsel Tabaluga gespielt wurde, war eine andere Backgammon – Varianten im arabischen Raum äußerst beliebt. Das Spiel nannte man Nard. Man benötigte dafür nur zwei statt drei Würfel. Nard war dem heutigen Backgammon schon sehr ähnlich. Die Araber kamen jedoch nicht über die Römer in den Besitz dieses Spiels, sondern es nahm seinen Weg von Persien, welches die Araber im siebten Jahrhundert unterwarfen. Zu uns gelangte es genau genommen erst vor etwa eintausend Jahren, als es die Kreuzritter mit zurück in ihre Heimat brachten. Kaum hier angekommen, machte das Spiel schnell Karriere, sowohl beim Adel als auch beim Volk. Der Aufstieg hier ging einher mit einem Abstieg der Beliebtheit in Arabien, wo es bei gläubigen Moslems nunmehr als Glücksspiel galt und somit mit den Regeln des Koran nicht vereinbar war.Interessanter Weise brachten erst die Europäer das Spiel wieder dorthin zurück, wenngleich es in Staaten mit strengen religiösen Vorschriften nach wie vor nicht gestattet ist. Man nennt es dort übrigens das europäische Spiel.

Aber auch in Europa nahm die Beliebtheit des Backgammon zeitweise auch wieder ab. Einen neuen Impuls setzten die Türkenkriege einige Jahrhundert nach den Kreuzrittern. Als man von ihnen besonders wertvolle Spielbretter erbeutete, die so genannten Tavla – Bretter, kam Backgammon mit einmal wieder in Mode. Gerade der weltberühmte Ludwig der Vierzehnte, der ohnehin ein begeisterter Spieler war, brachte die neue Modewelle ins Rollen. Doch auch diese hielt nicht ewig an. Erst nach dem ersten Weltkrieg und diesmal in London begann die Geschichte des modernen Backgammon. Es bildeten sich dort erste Backgammon – Clubs, die zuerst vor allem von britischen Künstlern besucht wurden. Bevor das Spiel jedoch endgültig auch auf dem europäische Festland ankam, machte es erst einen Umweg über die Vereinigten Staaten. Von dort stammt die Erfindung des Dopplerwürfels, der dabei helfen sollte, bei diesem Spiel viel Geld zu gewinnen.

jetzt kommentieren? 14. Oktober 2008

Tabaluga

Kurz nach Beginn der modernen Zeitrechnung wurde in der römischen Oberschicht ein Ludus Duodecim Scriptorum – Spiel Mode, dass man Tabaluga nannte. In der römischen Geschichtsschreibung wird erwähnt, dass Kaiser Claudius von diesem Spiel so begeistert war, dass er eigenhändig ein Buch darüber verfasste. Da Tabaluga bereits ein echtes Backgammon – Spiel war, wäre der Kaiser demnach der erste Spielbuchautor, wenn sein Werk nicht wie die meisten anderen aus seiner Hand verschollen gegangen wären. Über Kaiser Zeno wird in einer anderen Quelle von seinem Unglück berichtet, als er in einer Tabaluga – Partie hoffnungslos ins Hintertreffen geriet.Tabaluga wird auf einem Backgammon – Brett mit zweimal fünfzehn Spielsteinen unterschiedlicher Farbe gespielt. Man benötigt dazu drei Würfel.

Man spielt zu zweit, wie die meisten Backgammon – Spiele auch. Man sitzt sich also gegenüber und jeder hat außerhalb des Backgammonbretts seine fünfzehn Spielsteine liegen.

Man lost aus, wer beginnt, danach wirft man abwechselnd mit den drei Würfeln. Man kann die Augenzahl auf bis zu drei Spielsteine verteilen. Auf jeden Fall hat jeder Würfel einen Spielzug zur Folge. Das bedeutet, dass man die Augen nicht einfach addieren darf, auch wenn man nur mit einem Stein ziehen möchte. Vielmehr muss man jeden Wurf extra ziehen, die Reihenfolge der Würfe ist dabei jedoch beliebig.

Beide Spieler setzen ihre Steine auf der gleichen Spielbrettseite ins Spiel. Man zieht an der Kante entlang im Uhrzeigersinn. Jede Zuge, dass sind die spitzen Dreiecke auf dem Spielfeld, zählt eine Würfelauge. Man darf das erste Viertel, also die ersten sechs Zungen, erst dann mit einem Stein verlassen, wenn man alle Steine ins Spiel gebracht hat.

Eine Regel verhindert, dass das Spiel hier schon früh endet, da man einzelne fremde Steine auf einer Zuge ja schlagen kann. Also darf der Gegner keinen Stein auf eine Zunge setzen, wenn man dort mindestens zwei eigenen Steine platziert hat. Man darf jedoch darüber hinweg ziehen.

Konnte man einen Stein schlagen, wird er aus dem Spiel genommen und dem Gegner gegeben. Ein geschlagener Stein muss erst wieder ins erste Viertel gespielt werden, bevor man andere Steine auf dem Brett wieder ziehen darf.

Man muss alle Würfelaugen ziehen, auch wenn man dadurch Nachteile erleidet. Augen darf man nur dann verfallen lassen, wenn ein Zug nicht möglich ist.

Es gewinnt, wer zuerst alle seine Steine vom Brett würfeln konnte. Dazu müssen diese zuerst alle im letzten Viertel angekommen sein.

Trotz der Popularität bei den Römern trat Backgammon seinen Siegeszug nicht von dort aus an, da es nach dem Untergang des Römischen Reiches weitgehend in Vergessenheit geriet.

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Wie entstehen Preise beim Backgammon online?

Jeder weiß: Wenn ich eine Dienstleistung wie zum Beispiel eine Runde Backgammon online spielen will, entstehen Kosten. Die werden bei Internet Backgammon damit aufgefangen, dass man mit Werbung arbeitet.Unser marktwirtschaftliches System wird hauptsächlich durch Angebot und Nachfrage geregelt. Die Hersteller können frei entscheiden, was sie herstellen und in welcher Menge. Und die Geschäfte entscheiden frei, was sie anbieten und zu welchem Preis. Eingeschränkt werden sie dabei nur durch Gesetze, die die Verbraucher schützen sollen. Hersteller und Geschäfte gehören zu den Anbietern, Verbraucher zu den Nachfragern. Nur wenn die Verbraucher die vielen angebotenen Waren und Dienstleistungen vergleichen, können sie günstig einkaufen. Dazu gehört, dass sie genau wissen, was sie kaufen wollen und zu welchem Preis. Die vielen Anbieter bemühen sich um die Kunden, damit diese ihre Produkte kaufen und so dem Unternehmen Umsatz einbringen, das heißt die Anbieter tragen einen Wettbewerb um die Gunst des Kunden aus. All das gilt auch für Portale, auf denen kommerziell Internet Backgammon online gespielt werden kann.

Manche Kosten sind genau messbar. So lassen sich beispielsweise die Kosten bei der Herstellung von Sahnetorten die Menge der Zutaten für eine Torte genau bestimmen. Diese Art von Kosten nennt man Einzelkosten. Zudem gibt es aber auch noch Kosten, die für alle Produkte zusammen anfallen. Beispiele sind Miete, Heizung, Lagerkosten oder Strom. Auch die Büros der Verwaltung gehören zu diesen Gemeinkosten. Da man diese Kosten keinem einzelnen Produkt zuordnen kann, werden sie auf die Gesamtanzahl der produzierten Waren umgelegt.

Die Summe von Einzel- und Gemeinkosten ergibt die Selbstkosten. Das sind die Kosten, die das Unternehmen bezahlen muss, um seine Produkte zu entwickeln, herzustellen und entsprechend zu vermarkten. Zusätzlich zu diesen Selbstkosten wird noch ein Gewinnaufschlag, die so genannte Gewinnmarge, hinzugerechnet. Das alles zusammen ergibt dann den Verkaufspreis, also den Preis, zu welchem die Produkte dann an den Händler verkauft werden. Und das ist ergo auch so bei Portalen, auf denen kommerziell Internet Backgammon online gespielt werden kann, gar keine Frage.

Der Händler wiederum erhöht den Preis noch einmal, um selbst auch etwas am Verkauf zu verdienen. Diesen Preisaufschlag nennt man Handelsspanne. Außerdem muss der Händler noch die Mehrwertsteuer hinzurechnen, die er später an den Staat wieder abführt. Jetzt erst steht der Ladenpreis, den der Endverbraucher letzten Endes beim Kauf des Produktes bezahlt, endgültig fest.

jetzt kommentieren? 11. Oktober 2008

Sechs-As – ein Ludusspiel

Im antiken Rom existierte bereits ein sehr beliebter Vorläufer des Backgammon – Spiels. Es wurde auf dem so genannten Ludusbrett gespielt, von denen bei Ausgrabungen in Rom schon mehrere hundert gefunden wurden. Auf diesem Brett konnte man nicht nur ein Spiel, sondern eine ganze Reihe unterschiedlicher Spiele spielen. Wir wissen davon, da ein spanischer Autor im dreizehnten Jahrhundert ein Werk verfasst hat, in dem er auch fünfzehn Varianten beschreibt, die auf diesem Spielbrett damals gespielt wurden. Er nennt das Spielbrett Alea – Brett, was der damalige spanische Name war.Eines dieser Spiele ist das Sechs – As. Höchstwahrscheinlich handelt es sich dabei um eines der Ludus – Duodecim – Scriptorum – Spiele, die sich aus der Antike bis in die Zeit des spanischen Autors hinein erhalten hatten. Man kann darauf schließen, weil bei diesem Spiel beim Würfeln die Drei und die Vier nicht gewertet wurden. Das lässt vermuten, dass bei dem Spiel ursprünglich mit Gelenkknöchelchen von Schafen gewürfelt wurde, die nur vier spielverwertbare Seiten haben.

Man benötigt neben dem Backgammon – Brett für Sechs – As zwei Würfel und jeweils sechs Spielsteine für entweder zwei oder vier Spieler. Spielt man zu zweit, lauten die Regeln dafür wie folgt. Man stellt die Spielsteine in der Brettmitte einander gegenüber am jeweils zugewandten Brettrand auf. Die Steine müssen sich farblich nicht unterscheiden. Ziel des Spieles ist es, alle Steine von seiner Seite weg zu spielen. Um dieses Ziel zu erreichen, werfen die Spieler abwechselnd mit beiden Würfeln. Es wird jedoch mit den geworfenen Augen nicht gezogen, sondern nach bestimmten Regeln gesetzt. Bei einer Eins darf man einen Stein auf die gegnerische Seite setzen. Würfelt man Sechs, darf man einen eigenen Stein aus dem Spiel nehmen. Eine Fünf erlaubt es, einen Stein in die Spielfeldmitte zu legen, den so genannten Pott. Würfelt man Zwei, muss man aus diesem Pott einen Spielstein entnehmen und auf der eigenen Seite einreihen. Drei und Vier werden wie gesagt nicht gezählt.

Die geworfenen Augen darf man nicht addieren. Man muss also für jeden Würfel einen Zug machen. Zügen, die man nicht ausführen kann, verfallen. Wirft man einen Pasch, also zwei Würfel mit gleichen Augen, darf man noch einmal würfeln. Dies gilt nicht bei Zweier – Pasch, bei dem man nicht noch einmal werfen darf. Kann ein Wurf nur noch auf einen Stein verteilt werden, zum Beispiel Sechs und Fünf, so muss die höhere Zahl zuerst gesetzt werden.

Konnte man alle Steine von seiner Seite weg spielen, hat man jedoch noch nicht gewonnen. Man bleibt so lange im Spiel, bis man einen Sechs geworfen hat. Erst wenn dies gelingt und die eigenen Brettseite immer noch frei ist, ist man der Sieger.

Spielt man zu Viert, nimmt jeder Spieler eine Hälfte jeweils einer Brettseite zum Aufstellen seiner Steine. Dann wird reihum gewürfelt. Die Regeln gelten wie zuvor, nur dass man bei einer Eins nicht seinem Gegenüber einen Stein in die Reihe setzt, sondern seinem Nachbarn zur Rechten.

jetzt kommentieren? 10. Oktober 2008

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