Backgammon international

Island spielt Kotra – Grundlagen

Auch im höchsten Norden Europas, auf Island, hat sich eine eigenen Backgammon – Variante durchgesetzt, die die Einheimischen Kotra nennen.Kotra wird, wie auch das klassischen Backgammon, mit jeweils fünfzehn Steinen pro Spieler gespielt, wobei auch hier mit zwei Würfeln gearbeitet wird. Die Grenze in der Mitte des Backgammon – Brettes nennt sich Bar, das gesamte Feld ist in vier Viertel unterteilt, die für die Spielregeln eine Bedeutung haben.

Auf jeder Brettseite befinden sich zwölf Zungen, über die die Steine gezogen werden. Die Spieler starten jeweils mit allen fünfzehn Steinen auf der äußerst linken Zunge ihrer Spielhälfte. Ziel ist es, das letzte Viertel mit allen Steinen zu erreichen um von dort aus das Ausspiel zu beginnen.

Es beginnt der Spieler, der mit einem Würfel die höchste Zahl wirft. Man kann, wie auch bei anderen Backgammon – Spielen, selbst entscheiden, ob man beide Würfe mit einem Stein oder mit zwei Steinen zieht, wobei aber auch in der ersten Variante die Züge einzeln erfolgen müssen. Es spielt allerdings hier keine Rolle, welchen Zug man zuerst macht; bei anderen Varianten ist die kleinere Zahl zwingend zuerst zu ziehen, eine Einschränkung, die hier nicht existiert. Das erleichtert mitunter das vorankommen, da man nur auf freien Feldern landen darf und so in der Regel zwei Zugalternativen zur Verfügung hat.

Einen Pasch darf man auch hier mit der doppelten Augenzahl ziehen, sofern dies möglich ist.

Geschlagen wird, indem man seinen Stein auf eine Zunge bringt, auf der ein einzelner gegnerischer Stein steht. Es besteht kein Schlagzwang, man darf auch andere Züge machen, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Ein geschlagener Stein muss zuerst wieder eingespielt werden, bevor man mit den anderen wieder rücken darf.

Gewinner des Spiels ist, wer alle seine Steine zuerst aus dem letzten Viertel ausspielen kann. Bevor man mit dem Ausspiel beginnen darf, müssen alle fünfzehn Spielsteine im letzten Viertel angekommen sein.

jetzt kommentieren? 09. Dezember 2008

Sugoroku – Backgammon auf japanisch

Backgammon hat sich nicht nur im Orient, Europa, Afrika und Nordamerika erfolgreich verbreitet, sondern eine Spielart davon ist auch im fernen Osten, genauer in Japan angekommen. Unklar ist zwar, ob Sugoroku, so nennt man dort das Backgammon – Spiel, parallel zu den unsrigen Formen entstanden, oder ob es dorthin gelangt ist. Jedenfalls war dieses Würfelspiel in Japan nicht weniger beliebt als in allen anderen Ländern, in denen Backgammon jemals gespielt wurde. Dieser Beliebtheit setzte der japanische Kaiser jedoch im vorletzten Jahrhundert ein jähes Ende. Er verbot nicht nur Sugoroku, sondern jegliche Form von Glücksspiel. Wer gegen diese Verbot verstieß, hatte mit schweren Strafen zu rechnen. So kam es, dass das japanische Backgammon in den Ruf eines verderblichen Glücksspiels geriet und später ganz vergessen wurde. Nach Aufhebung des strikten Verbotes im Zwanzigsten Jahrhundert nahm man allerdings einen neuen Anlauf, das Spiel zu rehabilitieren und ihm wieder zur alten Verbreitung zu verhelfen. Dies gelang jedoch nur sehr unvollkommen, so dass Sugoroku noch heute kaum einem Japaner geläufig ist. Allein in einigen Klöstern wird es heute noch gespielt – dorthin reichte das Verbot des Kaisers nicht, so dass die Tradition nicht so jäh und für lange Zeit unterbrochen wurde.Tatsächlich ist Sugoroku ein Glücksspiel, das auf einem Spielbrett ähnlich unserem Backgammonbrett gespielt wird, wobei jedoch nur eine Seite dieses Brettes verwendet wird. Es spielen zwei Spieler gegeneinander, wobei wie auch beim klassischen Backgammon jeder fünfzehn Spielsteine erhält. Ebenso wird mit zwei Würfel gespielt.

Es kommt bei Sugoroku darauf an, dem Gegner so viele Steine wie möglich abzunehmen. Dazu wird nacheinander gewürfelt und entsprechend der Augen gezogen. Auch hier gilt, dass ein Pasch zu einem weiteren Wurf berechtigt. Sobald alle Steine im Spiel sind, kann man mit dem Ausspiel beginnen. Gegnerische Steine schlägt man, indem man seinen eigenen auf eine leere Zunge gegenüber einem gegnerischen Stein setzt. Es kann aber auch der umgekehrte Falle eintreten, dass man einen gegnerischen Stein wieder ins Feld setzten muss, nämlich dann, wenn man mit einem Pasch auf einer leeren oder mit einem Stein besetzen Zunge landet, während die gegnerische Zunge ebenfalls nicht belegt ist. In diesem Fall muss man dem Gegner einen Stein zurück geben. Hat ein Spieler alle Steine verloren, endet das Spiel. Gewonnen hat, wer die meisten gegnerischen Steine in seinen Besitz nehmen konnte.

jetzt kommentieren? 06. Dezember 2008

Esir – Backgammon für Jäger

Eine weitere türkische Backgammon – Variante nennt sich Esir. Das Wort bedeutet soviel wie gefangen. Das Spiel erfordert besondere Aufmerksamkeit vom Spieler, da es eine hohe Dynamik aufweist.Das liegt an einer ganz besonderen Regel, die Esir von anderen Backgammon – Spielen abhebt. Auch bei diesem Spiel darf man gegnerische Steine nicht schlagen, aber trotzdem kann ein Stein in Gefahr geraten, wenn er alleine auf einer Zunge steht. Kann der Gegner diese Zungen nämlich erreichen, so darf er sie auch mit seinem Stein betreten und sich über den dort schon platzierten Stein stellen. Das bedeutet, dass der unten liegende Stein nunmehr gefangen ist. Das bleibt er solange, wie der gegnerische Stein auf dieser Zunge bleibt. Erst wenn er weiter zieht, kann auch der bislang gefangene Stein wieder bewegt werden. Gefangen nehmen darf man jedoch nur einzeln stehende Steine. Auch auf Zungen, auf denen man selbst eine Stein gefangen hält, darf der Gegner nicht ziehen. Dies soll verhindern, dass das Spiel durch mehrere Gefangennahmen ins Stocken gerät.

Gestartet wird Esir aus dem Heimfeld und von dort auf der ersten Zunge. Die Startaufstellung verlangt, dass man seine fünfzehn Steine in einer Fünferkolonne übereinander schichtet. Von dort aus zieht man an der eigenen Brettseite entlang, um dann auf die Seite des Gegners zu wechseln. Im letzten Viertel sammelt man seine Steine. Das Ausspiel verläuft auch bei Esir wie gewohnt. Auch die Würfelregeln sind wie bei der bekannten Backgammon – Variante. Es zählt ein einfacher Wurf auch einfach, ein Pasch wird doppelt gezogen. Man darf schon von Beginn an mit einem Stein weiter ziehen, auch wenn man noch nicht alle Steine eingespielt hat.

Damit der Gegner wenig Chance auf eine Gefangennahme hat, sollte man seine Steine im ersten Viertel zusammenhalten. Der Gegner kann mit einem hohen Pasch nämlich das Heimfeld mit einem Zug erreichen, wenn es ungünstig läuft. Gelingt ihm dann dort eine Gefangennahme, wird er diese nicht so schnell wieder auflösen. Wurde ein eigener Stein festgesetzt, sollte man ein gleiches beim Gegner versuchen. Damit schafft man Verhandlungspotential, um seinen eigenen Stein wieder frei zu bekommen.

jetzt kommentieren? 31. Oktober 2008

Backgammon aus der Stadt der Rosen

Ismir-Tavla heißt eine türkische Backgammon – Variante, so nennen es jedenfalls die Bewohner der Stadt Ismir, was soviel bedeutet wie „Stadt der Rosen”. Im Rest der Türkei wird das Spiel Gülbahar genannt. Es ist ein weiteres Backgammonspiel, das sich bis heute im Mittelmeerraum erhalten hat.Hier unterscheidet sich schon die Startaufstellung von dem uns bekannten Backgammon. Jeder Spieler spielt nämlich auf seiner Seite jeweils auf der schwarzen Zunge seine Steine. Das hat zur Folge, dass es keine Überkreuzungen auf dem Weg gibt, sondern man wandert jeweils quasi gemeinsam um das Spielbrett und passiert jeweils den Start des Gegners und umgekehrt. In diesem Spiel werden keine Steine geschlagen. Das hört sich erst einmal vorteilhaft an, eröffnet aber eine taktische Möglichkeit, die dem Gegner schwer zu schaffen machen kann. Ganz leicht kann man nämlich mit einem Stein eine Zunge blockieren. Damit das Spiel nicht schon kurz nach Beginn zum Erliegen kommt, helfen zwei weitere Regeln den Spielfluss zu erhalten. Zuerst muss man nämlich zum Beginn einen Stein ins Heimfeld bringen. Ansonsten darf man keine weiteren Steine einspielen. Außerdem darf man in seinem Heimfeld nicht alle Zungen blockieren, sondern man muss wenigsten eine frei lassen. Ist der erste Spielzug getan, kann man sich aussuchen ob man lieber ziehen will oder ob man es vorzieht, weitere Steine ins Spiel zu würfeln. Die Würfelregeln sind im Grund wie gewohnt. Normale Würfe werden ohne Besonderheit gezogen, einen Pasch darf man zweimal ziehen. Gezogen werden muss auf jeden Fall, zuerst die höhere Augenzahl. Das Ausspiel kann erst dann beginnen, wenn man mit allen Spielsteinen im Heimfeld steht. Hier gilt, das man zuerst ausspielen muss. Wenn man das nicht mit einem glatten Wurf kann, darf man innerhalb des Heimfeldes ziehen. Gelingt auch das nicht, darf man Augen verfallen lassen.

Die bevorzugte Taktik, um bei diesem Spiel die Chancen zu erhöhen, besteht darin, möglichst sechs Steine in einer Linie auf der eigenen Seite zu setzen. Gelingt dies, ist der Sieg schon fast in Reichweite. Da der Gegner natürlich ein gleiches versucht, sollte man versuchen ihn dabei zu stören, indem man rasch wenigstens zwei Steine in sein Heimfeld spielt, um eine geschlossene Linie bei ihm zu verhindern.

jetzt kommentieren? 29. Oktober 2008