Backgammon – taktische Grundmuster
16.Oktober 2008
Grundsätzlich entwickelt sich jedes Spiel trotz seiner ganz eigenen Dynamik nach nur drei Grundmustern. Das eine Muster nennt man Rennspiel, eines Blockadespiel und das dritte Haltespiel. Ob man sich auf eine der Varianten einlässt, oder ob man besser versucht durch eigenen Spielzüge den Spielverlauf zu ändern, hängt von der Einschätzung des Spielers ab, welche Siegchancen er mit welcher Taktik hat.Beim Rennspiel versucht man, eine direkte Konfrontation zu vermeiden und über sicher gehaltene Punkte möglichst schnell das Heimfeld zu erreichen. Darauf kann man sich ohne weiteres einlassen, wenn der so genannte Pipcount positiv ist. Positiver Pipcount bedeutet, das die Summe der noch benötigten Würfelaugen für das Ausspiel geringer sein muss als der des Gegners. Günstig steht es, wenn man wenigstens zehn Prozent weniger Augen benötigt als der Gegenspieler. Gute Spieler zählen ihren Pipcount von Anfang an gleich mit. Jeder Spieler hat ein Soll von einhunderzweiundsechzig Augen beim Start. Wer sich nicht als Profi fühlt, kann es auch bei einer groben Schätzung im Spielverlauf belassen. Man sollte außerdem darauf achten, dass die eigenen Punkte so verteilt sind, dass man mit möglichst vielen Kombinationen dort hin gelangt.
Beim Blockadespiel bemüht man sich darum, möglichst schnell eine vorgeschobene Prime aufzubauen. Wertvoll ist die vor allem dann, wenn sie sich überwiegend im Außenfeld befindet und man sie möglichst lange halten kann. Nicht immer lässt sich eine Prime gegen den Partner durchsetzen. Ähnlich wirksam sind aber dicht gestaffelte Punkte. Das ist jedoch nur dann von Nutzen, man über ausreichend aktive Helfer verfügt. Helfer nennt man die Steine, die man bewegen kann, ohne dass man deswegen einen Punkt aufgeben muss.
Eine Haltespiel entwickelt sich meistens als Reaktion auf ein Rennspiel, wenn einer der Spieler scheinbar uneinholbar im Vorteil ist, da sein Pipecount deutlich niedriger ist als der des Gegners. Es handelt sich also oft um eine erzwungene Strategie. Spielt man ein Haltespiel, so muss man versuchen mit den beiden hinteren Steinen den so genannte golden Punkt zu besetzen und gleichzeitig eine Prime auf dem Heimfeld aufzubauen. Die Taktik besteht dabei darin, auf jenen Moment zu warten, zu dem der Gegner eine rückwärtigen Punkt aufgeben und Blots in seinem Außenfeld verteilen muss. Vom golden Punkt aus kontrolliert man das gegnerische Außenfeld und hält sich zugleich eine Ausweichmöglichkeit offen, falls ein Stein geschlagen wird. Gelingt die Umsetzung dieser Taktik, wendet man sogleich das Spiel zu seinen Gusten. Der Gegner kann den geschlagenen Blot nämlich dann erst wieder einspielen, wenn man bereits die ersten Steine vom Brett gespielt hat. Den goldenen Punkt zu besetzen ist überhaupt immer eine gute Idee, da man dadurch einen enormen taktischen Vorteil gewinnt.
Artikel gespeichert unter: Backgammon

Ihr Kommentar
Folgende HTML-Tags sind erlaubt:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>
Trackback diesen Artikel | Kommentare als RSS Feed abonnieren