Backgammon – die Geschichte
21.Februar 2008
Viele Spiele entwickeln sich bei den Menschen aus der täglichen Begegnung mit Gegenständen. Steine, Hölzer, Edelsteine – all das hat die Phantasie der Menschen angeregt um zu Spielen. Spielen und das lebenslange Lernen ist eines der Hautvorteile von uns Menschen. Ohne den Spieltrieb würde wahrscheinlich keine technische Evolution vorankommen. Schon in den Gräbern der Pharaonen sind Spielgeräte festgestellt worden. Die einfachsten Zutaten für ein Spiel besteht aus einem Holzbrett und einigen Spielsteinen. Als Spielsteine kann man auch Nahrungsmittel nehmen, beim Backgammon waren das in Urzeiten Bohnen. Samen sind einfach zu bekommen, sind in ihrer Struktur perfekt, schön anzufassen und lassen manchmal die Phantasie Sprünge machen. So ist wahrscheinlich das Nimm Spiel entstanden und auch das Bohnenspiel. Wie Märchen sind Urspiele in der ganzen Welt beheimatet. Wenn man nach Afrika schaut, dann sieht man die Menschen dieses einfache Spiel zu zweit durchführen. Das ist nämlich das zweite, was man braucht, einen Mitmenschen, der das Spiel begreift und mit einem Spielen kann. Die Funktion von Spielen wie das Backgammon Spiel wird zum Teil in psychologischen Untersuchungen aufgenommen. Der Spielverlauf und das Geschehen lassen Rückschlüsse auf die Gehirnreifung zu. Gerade bei diesem Spiel muss man Spielsituationen erkennen können, geübte Spieler gelingt es, die Spielsituation beim Backgammon gut und genau vorherzusehen. Das Faszinierende – würde Spock sagen – an solchen Spielen ist, dass man kaum Material und kein Geld braucht, um sie zu spielen.
Beim Backgammon haben Archäologen in Persien Vorläufer des Spieles entdeckt, diese sind auf 5000 Jahre datiert. Von hier aus ging es nach Ägypten und von Ägypten nach Rom. Die machten bekanntlich Spiele und Brot. Es gab mehrere Verwandlungen des Spieles und wurde durch das Christentum im Mittelalter verbreitet. Hierzu müsste man einiges zur Spielfeindlichkeit des Christentums sagen, vor allem wenn man um Geld spielte. Jedenfalls finden sich Nachweise im Mittelalter überall. In Deutschland – oder was damals Deutschland war – wurde es als Puff bezeichnet – das hat nichts (oder doch) mit dem Freudenhaus zu tun. In England spielten Adlige dieses Spiel. Ritter, und nur die, durften sogar um Geld spielen. Man musste in England mindestens Ritter sein. Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurde dieses Spiel nochmals verfeinert. Es entstanden Meisterschaften und neue Regeln. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam so der Dopplerwürfel zu den Spielregeln hinzu. Heute ist dieses Spiel ein anerkanntes Turnierspiel mit großen Könnern. Es vereinigt leichte Erlernbarkeit mit einem gewissen Glücksfaktor – der Würfel – und die strategische Herausforderung. Damit gleicht es anderen Kulturspielen wie GO und Skat, wobei beim letzteren höherer Lernaufwand getrieben werden muss. Einfach zu Lernen aber schwer zu Beherrschen, das könnte das Motto für dieses Spiel sein. Ein sehr erfolgreiches Motto.
Der Name stammt übrigens aus dem Anglosächsichen Sprachgebrauch des Mittelalters. Gammon steht für das Spielen an sich, Back für das Wiedereinsetzen der Steine. Die modernen Regelen wurden, es gibt für alles eine Gesellschaft, in den dreißiger Jahren in New York festgeschrieben.
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