Esir – Backgammon für Jäger
31.Oktober 2008
Eine weitere türkische Backgammon – Variante nennt sich Esir. Das Wort bedeutet soviel wie gefangen. Das Spiel erfordert besondere Aufmerksamkeit vom Spieler, da es eine hohe Dynamik aufweist.Das liegt an einer ganz besonderen Regel, die Esir von anderen Backgammon – Spielen abhebt. Auch bei diesem Spiel darf man gegnerische Steine nicht schlagen, aber trotzdem kann ein Stein in Gefahr geraten, wenn er alleine auf einer Zunge steht. Kann der Gegner diese Zungen nämlich erreichen, so darf er sie auch mit seinem Stein betreten und sich über den dort schon platzierten Stein stellen. Das bedeutet, dass der unten liegende Stein nunmehr gefangen ist. Das bleibt er solange, wie der gegnerische Stein auf dieser Zunge bleibt. Erst wenn er weiter zieht, kann auch der bislang gefangene Stein wieder bewegt werden. Gefangen nehmen darf man jedoch nur einzeln stehende Steine. Auch auf Zungen, auf denen man selbst eine Stein gefangen hält, darf der Gegner nicht ziehen. Dies soll verhindern, dass das Spiel durch mehrere Gefangennahmen ins Stocken gerät.
Gestartet wird Esir aus dem Heimfeld und von dort auf der ersten Zunge. Die Startaufstellung verlangt, dass man seine fünfzehn Steine in einer Fünferkolonne übereinander schichtet. Von dort aus zieht man an der eigenen Brettseite entlang, um dann auf die Seite des Gegners zu wechseln. Im letzten Viertel sammelt man seine Steine. Das Ausspiel verläuft auch bei Esir wie gewohnt. Auch die Würfelregeln sind wie bei der bekannten Backgammon – Variante. Es zählt ein einfacher Wurf auch einfach, ein Pasch wird doppelt gezogen. Man darf schon von Beginn an mit einem Stein weiter ziehen, auch wenn man noch nicht alle Steine eingespielt hat.
Damit der Gegner wenig Chance auf eine Gefangennahme hat, sollte man seine Steine im ersten Viertel zusammenhalten. Der Gegner kann mit einem hohen Pasch nämlich das Heimfeld mit einem Zug erreichen, wenn es ungünstig läuft. Gelingt ihm dann dort eine Gefangennahme, wird er diese nicht so schnell wieder auflösen. Wurde ein eigener Stein festgesetzt, sollte man ein gleiches beim Gegner versuchen. Damit schafft man Verhandlungspotential, um seinen eigenen Stein wieder frei zu bekommen.
Artikel gespeichert unter: Backgammon international

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