Tagesarchiv für den 10. Oktober 2008

Sechs-As – ein Ludusspiel

Im antiken Rom existierte bereits ein sehr beliebter Vorläufer des Backgammon – Spiels. Es wurde auf dem so genannten Ludusbrett gespielt, von denen bei Ausgrabungen in Rom schon mehrere hundert gefunden wurden. Auf diesem Brett konnte man nicht nur ein Spiel, sondern eine ganze Reihe unterschiedlicher Spiele spielen. Wir wissen davon, da ein spanischer Autor im dreizehnten Jahrhundert ein Werk verfasst hat, in dem er auch fünfzehn Varianten beschreibt, die auf diesem Spielbrett damals gespielt wurden. Er nennt das Spielbrett Alea – Brett, was der damalige spanische Name war.Eines dieser Spiele ist das Sechs – As. Höchstwahrscheinlich handelt es sich dabei um eines der Ludus – Duodecim – Scriptorum – Spiele, die sich aus der Antike bis in die Zeit des spanischen Autors hinein erhalten hatten. Man kann darauf schließen, weil bei diesem Spiel beim Würfeln die Drei und die Vier nicht gewertet wurden. Das lässt vermuten, dass bei dem Spiel ursprünglich mit Gelenkknöchelchen von Schafen gewürfelt wurde, die nur vier spielverwertbare Seiten haben.

Man benötigt neben dem Backgammon – Brett für Sechs – As zwei Würfel und jeweils sechs Spielsteine für entweder zwei oder vier Spieler. Spielt man zu zweit, lauten die Regeln dafür wie folgt. Man stellt die Spielsteine in der Brettmitte einander gegenüber am jeweils zugewandten Brettrand auf. Die Steine müssen sich farblich nicht unterscheiden. Ziel des Spieles ist es, alle Steine von seiner Seite weg zu spielen. Um dieses Ziel zu erreichen, werfen die Spieler abwechselnd mit beiden Würfeln. Es wird jedoch mit den geworfenen Augen nicht gezogen, sondern nach bestimmten Regeln gesetzt. Bei einer Eins darf man einen Stein auf die gegnerische Seite setzen. Würfelt man Sechs, darf man einen eigenen Stein aus dem Spiel nehmen. Eine Fünf erlaubt es, einen Stein in die Spielfeldmitte zu legen, den so genannten Pott. Würfelt man Zwei, muss man aus diesem Pott einen Spielstein entnehmen und auf der eigenen Seite einreihen. Drei und Vier werden wie gesagt nicht gezählt.

Die geworfenen Augen darf man nicht addieren. Man muss also für jeden Würfel einen Zug machen. Zügen, die man nicht ausführen kann, verfallen. Wirft man einen Pasch, also zwei Würfel mit gleichen Augen, darf man noch einmal würfeln. Dies gilt nicht bei Zweier – Pasch, bei dem man nicht noch einmal werfen darf. Kann ein Wurf nur noch auf einen Stein verteilt werden, zum Beispiel Sechs und Fünf, so muss die höhere Zahl zuerst gesetzt werden.

Konnte man alle Steine von seiner Seite weg spielen, hat man jedoch noch nicht gewonnen. Man bleibt so lange im Spiel, bis man einen Sechs geworfen hat. Erst wenn dies gelingt und die eigenen Brettseite immer noch frei ist, ist man der Sieger.

Spielt man zu Viert, nimmt jeder Spieler eine Hälfte jeweils einer Brettseite zum Aufstellen seiner Steine. Dann wird reihum gewürfelt. Die Regeln gelten wie zuvor, nur dass man bei einer Eins nicht seinem Gegenüber einen Stein in die Reihe setzt, sondern seinem Nachbarn zur Rechten.

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